Zu wenig Organspenden in Deutschland: NRW-Gesundheitsminister Laumann will, dass Bundestag neu entscheidet

Shownotes

Deutschland ist Schlusslicht in Europa was die Zahl der Organspender und der gespendeten Organe angeht. Eine Ursache davon ist, dass in Deutschland die sogenannte Zustimmungslösung gilt. Das bedeutet, dass ein Mensch in seinen Lebzeiten aktiv zustimmen muss, um als Organspender nach seinem Tod infrage zu kommen. Zum Beispiel in Form des Organspendeausweis. In vielen anderen europäischen Ländern gilt die Widerspruchslösung. Bei dieser Variante müssen Menschen aktiv zu Lebzeiten widersprechen, wenn sie keine Organe spenden wollen. Der deutsche Bundestag hat sich vor gut vier Jahren für eine erweiterte Zustimmungslösung entschieden, wodurch die Zustimmung zur Organentnahme nach dem Tod vereinfacht werden sollte.

Einer, dem diese Regelung nicht weit genug geht, ist Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von NRW. Mit ihm sprechen wir in diesem Podcast über sein Vorhaben, den Weg zur Widerspruchslösung in Deutschland erneut anzustoßen. Außerdem erklärt uns Prof. Michael Melter von der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Regensburg, welche Kriterien bei der Entnahme von Organen in Deutschland und Europa gelten. Ebenfalls zu Gast ist die Vorsitzende des Vereins Leberkrankes Kind Berit Hullmann, selbst Mutter eines transplantierten Kindes. Sie erzählt uns von ihren Erfahrungen und berichtet, was der Verein unternimmt, um das Thema Organspende in Deutschland voranzubringen.

Moderation: Niklas Brose

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